Liebe Schermbeckerinnen und Schermbecker,

einleitend möchte ich die Situation der Landwirtschaft in der Gemeinde Schermbeck aus meiner Sicht kurz darstellen:

Die Landwirtschaft in Schermbeck basiert auf landwirtschaftlichen Familienbetrieben, die im Bundesvergleich maximal an eine mittlere Betriebsgröße heranreichen. Der für den Fortbestand der Betriebe aus wirtschaftlichen Zwängen häufig unvermeidbare Strukturwandel verläuft in Schermbeck im moderaten Umfang. Die in anderen Regionen und Bundesländern vorhandenen oder entstehenden Agrargroßbetriebe, die möglicherweise noch unter der gewinnoptimierten Regie auswärtiger Investoren geführt werden, kennen wir in Schermbeck bisher glücklicherweise nur aus Medienberichten.

Wollen wir diesen enormen Vorteil gegenüber anderen Regionen nicht verspielen, ist es wichtig, unsere Familienbetriebe in ihrer Arbeit zu akzeptieren und zu respektieren.

Unsere Landwirte in Schermbeck bemühen sich aufgrund ihrer mittleren Größe seit geraumer Zeit, nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben und sich neue landwirtschaftlich verbundene Einnahmemöglichkeiten, wie z.B. Ferien auf dem Bauernhof, Pensionspferdehaltung, etc., zu erschließen. Diese vielfältige Produktionspalette der Schermbecker Landwirte für den Bedarf in der Region, bietet den Einwohnern und Besuchern unserer Gemeinde vielfältige Angebote und Naherholungsmöglichkeiten auf Feld, Wiese und im Wald.

Der Bereich Landwirt- / Forstwirtschaft und Gartenbau bietet zudem eine beachtliche Anzahl an Ausbildungsplätze vor Ort.

Hier in Schermbeck funktioniert deshalb im Vergleich zu vielen anderen Regionen in Deutschland das Miteinander des Innen- und Außenbereiches noch ordentlich.

Machen wir nicht den Fehler, die Landwirtschaft undifferenziert zu verteufeln, denn dieses birgt ein gewisses Risiko in sich. Denn entscheiden sich die Landwirte für die Aufgabe ihrer familiär geführten Betriebe hier in Schermbeck, besteht das Risiko, dass deren landwirtschaftliche Flächen in die Hände auswärtiger Agrargroßbetriebe mit ihren eigenen, weniger ortsverbunden Bewirtschaftungszielen wechseln.

Also, lassen Sie uns also getreu meinem Motto - Schermbeck gemeinsam erfolgreich weiterentwickeln – fair miteinander umgehen und den Sorgen der Außenbereiche ein offenes Ohr schenken

Denn auch hier:

  • muss eine ausreichende Löschwasserversorgung zum Schutz von Leib, Leben und Haus- und Hofvermögen sichergestellt werden
  • müssen vernünftige Straßen- und Wirtschaftswege zur Verfügung stehen
  • müssen die Kinder einen angemessenen Schülerspezialverkehr in Anspruch nehmen können
  • muss der Zugang zu einem breit funktionierenden Internet zukünftig möglich werden
  • müssen Fuß- und Radwegeanbindung, z.B. im Bereich Postweg/Klosterweg im Weselerwald angedacht werden
  • muss das Potenzial das der Tourismus den Außenbereichen bietet, weiter ausgeschöpft werden.

Für mich gehören die Außenbereiche genauso zu Schermbeck, wie auch der Ortskern . Durch sie gewinnt Schermbeck an Attraktivität und Lebensqualität.

Damit wir diesen Standard halten und weiter ausbauen können, öffne ich mich als Bürgermeister sowohl für landwirtschaftliche Themen, als auch für Themen, welche alle in den Außenbereichen lebenden Bürger betreffen.

Zu den Themen Düngung und Massentierhaltung:

Unsere Landwirte haben die gesamte Ausbringung von tierischem und mineralischem Dünger zu dokumentieren und gesetzliche Vorgaben zu beachten. Jeder Betrieb wird in bestimmten Zeitabständen kontrolliert. Für Verstöße gegen die Rechtsvorgaben haben Landwirte -wie der normale Bürger in anderen Lebensbereichen- die daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen.

Zu beobachten bleibt, ob der Landesumweltminister seine Absicht umsetzt, diesen Themenbereich verstärkt seinem Ministerium anzugliedern.

Und zum Thema Massentierhaltung – wären wir bereit für familiär produzierte Ware einen angemessenen Preis zu zahlen, müssten wir über dieses Problem nicht diskutieren.

Da dies aus den unterschiedlichsten Gründen nicht immer der Fall ist, vertrete ich die Auffassung, dass

  1. auch in diesem Wirtschaftsbereich die Beachtung von Rechtsnormen und Gerichtsentscheidung erfolgen sollte und
  2. die landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Schermbeck bei weitem noch nicht an die in anderen Regionen und Bundesländern üblichen Betriebsgrößen heranreichen. Dies sollten wir uns alle erhalten.

Ihr

Mike Rexforth