Ortskern Gahlen

Durch den Bau der Umgehungsstraße ist es gelungen, einen Großteil des „Durchgangsverkehrsaufkommens“ an Gahlen vorbei zu führen und so den Ortskernbereich von Gahlen verkehrstechnisch zu entlasten.

Mangels besonders verkehrsintensiver Gewerbebetriebe und Geschäfte besteht auch deswegen in Gahlen-Dorf kein besonders erhöhtes Verkehrsaufkommen.

In Gahlen können Fußgänger sicher auf Gehwegen die ortsansässigen Geschäfte, Gastronomiebetriebe, Kirchengebäude und Wohnhäuser erreichen.

Verkehrsberuhigende Maßnahmen, wie das Aufstellen von Pflanzkübeln und die versetzte Ausweisung von PKW Stellplätzen auf der Kirchstraße, haben zu einer deutlichen Verbesserung der Verkehrssituation geführt.

Der Ortskern von Gahlen-Dorf ist auch nach der Unfallstatistik des Kreises kein Unfallschwerpunkt.

Aber, nichts ist so gut, als dass man es nicht verbessern könnte.

Der Bau von Querungshilfen im Bereich der Schulbushaltestellen oder die Ausweisung eines Radweges im Ortskernbereich Gahlen-Dorf könnten geeignete Mittel sein, für mehr Sicherheit im Verkehrsraum zu sorgen.

Genannte Lösungsansätze, das darf nicht verschwiegen werden, haben auch Nachteile, denn es ist nicht auszuschließen, dass der Rückbau der Pflanzkübel und der Parkflächen zu Gunsten einer Ausweisung eines Radweges, zur Zunahme der Geschwindigkeit dort fahrenden PKW’s führen könnte.

Daher sollten genannte Maßnahmen nicht über die Köpfe der Gahlener Bürgerinnen und Bürger hinweg entschieden werden, sondern nur mit ihnen gemeinsam!

 

Mittelstraße

Vorausgeschickt sei: Was die Politik in fast 40 Jahren nicht geschafft hat, werde weder ich, noch einer meiner Mitbewerber um das Amt des Bürgermeisters jemals alleine lösen können.

Aber auch hier möchte ich meinem Motto „Gemeinsam erfolgreich für Schermbeck“ treu bleiben und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Schermbeck zielorientiert an einer Gesamtlösung arbeiten.

Die Beantwortung der Frage, wie ich gedenke die Mittelstraße zukünftig sicherer zu machen, kann nur beantwortet werden, wenn man sich grundsätzlich mit der Thematik der Mittelstraße auseinandersetzt.

Der Begegnungsverkehr auf engstem Raum sorgt dafür, dass vielfach vorausschauend gefahren wird. Grundsätzlich stellt die Mittelstraße daher in den Statistiken der Kreispolizeibehörde keinen statistischen Unfallschwerpunkt dar.

Aber wohl fühlt man sich als Fußgänger und Radfahrer auf der Mittelstraße zu bestimmten Zeiten dennoch nicht.

Viele von Ihnen werden sich sicherlich noch daran erinnern, dass es rechts und links der Mittelstraße bis zum Ende der 80 er Jahre noch Bürgersteige gab. Mit der Umgestaltung der Mittelstraße verschwanden diese. Der Wandel der Mittelstraße von Bundes-, über Landes-, hin zur Gemeindestraße hatte mit dem Ausbau zur heutigen Form sein Ende gefunden.

Die mit der Umgestaltung einhergehenden Lösungsansätze, die Mittelstraße zu einer verkehrsberuhigten Einkaufsstraße werden zu lassen, wurden aus heutiger Sicht nur teilweise erfüllt.

Fast alle Bürgerinnen und Bürger, Geschäftsleute, Besucher und Anwohner sind heute daran interessiert eine Gesamtlösung zu finden, die möglichst ein breites Spektrum an Einzelinteressen berücksichtigt.

Hierunter fallen u.a.:

  • Durch Attraktivitätssteigerung die Kaufmannschaft stärken und die Mittelstraße dauerhaft als attraktive Einkaufsstraße für Schermbeck zu erhalten
  • Die Interessen der Anlieger der umliegenden Straßen zu berücksichtigen
  • Die Interessen der Nutzer des Nahverkehrs nicht zu ignorieren
  • Gerade in Zeiten des demographischen Wandels den Interessen der älter werdenden Bevölkerung im Hinblick auf den barrierefreien Zugang von Geschäften Rechnung zu tragen

Die Vergangenheit hat uns alle gelehrt, dass, ohne Einbindung der  Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Schermbeck in maßgebliche Entscheidungsprozesse, keine mehrheitsfähige Entscheidung zum Wohle der Mittelstraße getroffen werden kann.

Der Bau der Umgehungsstraße B 58 führte nur teilweise zum gewünschten Erfolg. Der Schwerlastverkehr konnte aus Schermbeck verbannt werden, der PKW Verkehr aber nur bedingt. Die Forderung nach Bau einer Nord-West Umgehung zur Entlastung der Mittelstraße Ende der 80 er Jahre war genauso schnell vom Tisch, wie das 2006 entwickelte Verkehrskonzept für den Schermbecker Ortskern mit seinen  Teilkomponenten Ring- und Einbahn-straßensystem.

So gut sich das von der Politik entwickelte Konzept  auch anhörte, ein Bürgerentscheid, damals knapp 3000  Stimmen gegen, 2200 Stimmen für das Konzept, führte zu einer Nichtrealisierung und einer Beibehaltung des jetzigen Zustandes der Mittelstraße, wie sie ihn heute kennen.

Diejenigen politischen Parteien, die aktuell plakativ die Schließung der Mittelstraße  oder „Busse raus“ aus der Mittelstraße fordern, haben scheinbar aus der Vergangenheit nicht viel gelernt.

Natürlich liegt es auch mir sehr am Herzen, das Problem der Mittelstraße zu lösen, sie attraktiv zu gestalten. Der Weg dorthin kann aber nur zusammen mit allen Betroffenen erfolgreich beschritten werden, denn jeder Betroffene möchte naturgemäß, dass seine Interessen Berücksichtigung finden. Das sollten wir doch alle aus dem Ausgang des Bürgerentscheides 2006 gelernt haben.

Eines ist klar, ohne Kompromisse eines jeden Einzelnen wird es zu keiner Lösung kommen.

Fordert man „Busse raus aus der Mittelstraße“, muss man sich im Klaren darüber sein, dass die Haltestelle „Overkämping“ aufgegeben werden muss und zukünftig die Fußwege zu Bus-Haltestellen außerhalb der Mittelstraße weiter werden. Ein Nachteil, der zwangsläufig die älteren Bürgerinnen und Bürger Schermbecks  treffen wird.

Wurde dies bei der plakativen Forderung „Busse raus aus der Mittelstraße“ bedacht? Die Umlegung der Buslinien wird  Kosten nach sich ziehen, die nicht kostendeckend über den Fahrpreis gegenfinanziert werden können. Wer trägt dann die jährlichen Extra-Kosten? Der Schermbecker Steuerzahler?

Diejenigen, die die komplette Schließung der Mittelstraße fordern, werden Befürworter, aber auch Gegner für ihre Idee finden. Haben sie die Interessen der Kaufmannschaft angefragt? Haben sie  die Anwohner der anliegende Straßen, die zwangsläufig den Verkehr vor ihrer Haustür ertragen müssen, in ihre Überlegungen mit einbezogen?

Sie sehen, es ist nicht so einfach, hier eine vernünftige Lösung zu finden.

All die berechtigten Einzelbedürfnisse in eine tragfähige, von einem hohen Anteil der Schermbecker Bürgerinnen und Bürger mitgetragene Gesamtlösung einfließen zu lassen, wird der Schüssel zum Tor des Erfolges sein.

Ich persönlich nutze gerne die verkaufsoffenen Tage zum Einkauf, an denen die Mittelstraße für den PKW-Verkehr geschlossen ist. Erlebnisabende wie „Mi in Motion“, Bankgeflüster, der stilvolle Weihnachtsmarkt „Gute, alte Weihnachtszeit“, oder aber auch die verkaufsoffenen Wochenenden der Werbegemeinschaft locken zahlreiche Schermbecker und Nicht-Schermbecker auf die MI und lassen sie zu einem Ort der Begegnung von Jung und Alt werden.

Diese Veranstaltungen zählen zu den umsatzstärksten Tagen für die Schermbecker Geschäftsleute.

Das sollte uns nachdenklich stimmen und gleichzeitig Mut machen, eine gemeinsam entwickelte Gesamtlösung für die Mittelstraße zu erarbeiten.

Ich bin nicht als Einzelkämpfer angetreten um mich persönlich zu profilieren. Ich möchte „Schermbeck gemeinsam erfolgreich“ mit Ihnen, liebe Schermbeckerinnen und Schermbeck, nach vorne bringen!

Um in der Fußballersprache zu sprechen. Ein großes Turnier gewinnt die Mannschaft, das Team, das am Ende des Tages den stärksten Zusammenhalt gezeigt hat.

Ihr

Mike Rexforth